Privatangestellte haben unter Umständen Zugang zum Haus einer Familie, zu Kindern, Reiseplänen, Fahrzeugen, persönlichen Daten und Wertgegenständen. Diese Nähe macht die Überprüfung zu einem unerlässlichen Bestandteil eines professionellen Einstellungsverfahrens.
Eine Hintergrundprüfung sollte niemals Beurteilung oder Vorstellungsgespräche ersetzen, kann aber bestätigen, ob wichtige Angaben im Bewerbungsprozess korrekt sind.
Berufliche Referenzen
Referenzen gehören zu den wichtigsten Kriterien für die Auswahl von Privatangestellten. Sprechen Sie nach Möglichkeit mit früheren Arbeitgebern oder autorisierten Referenzgebern, anstatt sich ausschließlich auf schriftliche Schreiben zu verlassen.
Bestätigen Sie Datum, Position, Aufgabenbereich und Grund für das Ausscheiden. Fragen Sie anschließend nach Zuverlässigkeit, Diskretion, Kommunikationsfähigkeit, Standards und ob der Referenzgeber den Kandidaten wieder einstellen würde.
Identität und Arbeitsberechtigung
Überprüfen Sie die Identität des Kandidaten und stellen Sie sicher, dass er berechtigt ist, am Einsatzort zu arbeiten. Bei internationalen Stellen sind Pass- und Visabestimmungen besonders wichtig.
Gehen Sie nicht davon aus, dass die Staatsangehörigkeit automatisch die Arbeitsberechtigung bestimmt; die Rechtslage hängt vom jeweiligen Land und dem Beschäftigungsverhältnis ab.
Qualifikationen und Lizenzen
Rollenspezifische Qualifikationen sollten überprüft werden. Beispiele hierfür sind Führerscheine, Fluglizenzen, Seefahrtszertifikate, Qualifikationen im Bereich Kinderbetreuung oder Lehre, Erste-Hilfe-Zertifikate, Sicherheitslizenzen und berufliche Qualifikationen im Finanzwesen.
Ein Zertifikat sollte relevant, gegebenenfalls aktuell und von einer zuständigen Stelle ausgestellt sein.
Führungszeugnis
Ein Führungszeugnis kann für Positionen im Privathaushalt und anderen Vertrauenspositionen angemessen sein, vorbehaltlich der geltenden Datenschutz- und Arbeitsgesetze. Die Art des Führungszeugnisses variiert je nach Land und Position.
Das Ergebnis sollte vertraulich behandelt und verhältnismäßig bewertet werden und nicht als Ersatz für eine rechtmäßige Einstellungsentscheidung dienen.
Beschäftigungsverlauf und unerklärte Lücken
Lücken im Lebenslauf sind nicht automatisch bedenklich, der zeitliche Ablauf sollte jedoch plausibel sein. Privatangestellte können vertrauliche Personen möglicherweise nicht öffentlich nennen. Daher benötigen Personalverantwortliche eine diskrete Möglichkeit, Beschäftigungsverhältnisse zu überprüfen, ohne Kandidaten unter Druck zu setzen, die Vertraulichkeit zu brechen.
Online- und Reputationsprüfung
Öffentlich zugängliche Informationen können mitunter Unstimmigkeiten oder Reputationsrisiken aufdecken. Online-Recherchen sollten jedoch relevant, verhältnismäßig und gesetzeskonform sein. Persönliche Merkmale, die nicht mit der Stelle in Zusammenhang stehen, sollten die Einstellungsentscheidungen nicht beeinflussen.
Überprüfung vor der Präsentation
Bei sensiblen Positionen führt Merlo die erforderlichen Referenzen und Überprüfungen durch, bevor ein Kandidat als endgültig in die engere Auswahl gekommen präsentiert wird. Dies verschafft dem Kunden ein klareres Bild und vermeidet Überraschungen im späteren Verlauf des Prozesses.
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